Unsere Radl-Tipps

von Fred Vornehm...

Die folgenden Tipps haben in erster Linie Gültigkeit für all jene etwas sportlicheren Radl- Freunde, die einerseits genüsslich und ohne allzu großem sportlichem Ehrgeiz durch die Landschaft radeln möchten und andererseits nicht bei jeder Steigung absteigen wollen.
Auf 3-Gang Räder und Rennräder gehe ich nicht weiter ein, da sie für meine Art des Radelns ungeeignet sind. Für meine Radeltouren sind ausschließlich Trecking- Bikes und Mountain- Bikes mit mindestens 21 Gängen geeignet. Ob Sie ein Trecking- Bike bevorzugen oder ein Mountain- Bike, können nur Sie selbst entscheiden. Dennoch gebe ich hier auch dazu ein paar Infos:

Der Drahtesel:

Trekkingbikes haben den Vorteil, dass sie i.A. mit den gesetzlich vorgeschriebenen Teilen (Licht, Rücklicht etc.) und Kotflügeln ausgerüstet sind, sie haben die größeren 28-Zoll Räder und im Vergleich zu Mountainbikes schmälere Reifen. Sie rollen leichter auf befestigten Wegen, haben jedoch geringere Stabilität auf unbefestigtem Untergrund. Der Nachteil: Trecking- Räder sind aufgrund der Ausrüstung normalerweise schwerer – und jedes Kilogramm müssen Sie mitschleppen! Auf Kurzstrecken und in der Ebene stört Sie das kaum – aber Ihre Tagesetappen (incl. dem Anteil an Steigungen) werden größer werden und dann zählt jedes zusätzliche Kilogramm! Meine Erfahrung bei Gruppenreisen: Es gibt toll ausgerüstete Trecking- Räder, viele sind jedoch zu schwer ausgeführt.
Mountainbikes sind in ihrer Ausführung spartanisch und daher i.A. leichter. Allerdings rollen sie aufgrund des kleineren Raddurchmessers (26 Zoll) und der dickeren Reifen etwas schwerer, was auf befestigten Wegen speziell bergab im Vergleich zu Trecking Rädern deutlich spürbar wird.
Meine Meinung: Die bessere Lösung ist das Mountain- Bike, die Nachteile (keine Kotflügel, kein Licht/ Rücklicht) kann man mit aufsteckbaren leichten Zubehörteilen kompensieren.

Der Lenker:

Hier gibt es die wildesten Konstruktionen. Entscheidend ist, ob die leicht nach vorne geneigte Körperhaltung nach wenigen Kilometern Rückenschmerzen und / oder Nackenschmerzen verursacht.
Sie können sich einen steileren Lenker- Vorbau montieren lassen. Sie sollten jedoch nicht zu senkrecht sitzen, da der Winkel zu den Oberschenkeln ungünstig wird - sie benötigen mehr Kraft zum Treten und ermüden schneller.
Falls die Hände auf dem Lenker einschlafen, kann man sich einen Downhill- Lenker montieren lassen, der etwas geschweifter ist.

Foltergerät Sattel:

Dies ist in den ersten Jahren Thema Nr. 1.
Fangen Sie mit einer breiteren Sattelkonstruktionen an: Die Kehrseite Ihres Körpers wird zwar dennoch aber vielleicht etwas weniger schmerzen. Der Weg zum schmaleren Sattel kommt von alleine nach etwa 3 Jahren.
Häufig folgt ein weiteres Problem: Der dauernde Druck des Sattelhornes auf die edle Männlichkeit: Die Männlichkeit schläft ganz einfach ein. Verwenden Sie einen hochwertigen schmalen Gel-Sattel mit einem Mittelschlitz – die Männlichkeit bleibt wach….
Übrigens gibt es ebenso Sattelmodelle, die an die Anatomie der Damen angepasst sind!
Ein Tipp: Senken Sie das Sattelhorn (die Sattelneigung nach vorne) probeweise um wenige Millimeter ab – das kann wahre Wunder bewirken!

Die Pedale – die Clips:

Nach oben buckeln, nach unten treten: Argumente gegen die Clips, die man immer wieder hört: Was ist, wenn man nicht rechtzeitig aus den Clips kommt? Wie groß ist die Sturzgefahr?
Irgendwann werden Sie es riskieren: Stellen Sie die Clips zunächst „ganz leicht“ ein (man kann den Auslösedruck stufenlos einstellen). Sie sind dann in kritischen Situationen sofort wieder „draußen“.Clips bringen einen enormen Vorteil: Siehe weiter unten: „Verkehrt radeln“…

Die Kondition

Der innere Schweinehund - : Irgendwann beginnt der Kampf gegen den eigenen Körper. Distanzen und Steigungen rauben die letzten Kräfte. Hier einige Tipps:
Rhythmisch atmen: Atmen Sie exakt synchron zu einem für Sie passenden Trittfrequenzmuster (Tritt R-L ist eine Pedalrunde):
Beispiele:
Bei beginnender Müdigkeit: Einatmen Tritt R-L, ausatmen Tritt R-L-R-L.
Bei anstrengenden Steigungen: Einatmen Tritt R, Ausatmen Tritt R-L usw.
Atmen Sie bewusst tief!
Trittfrequenz unbedingt einhalten – niemals schneller treten, nur weil’s mit einem niedrigeren Gang leichter geht! Eine Trittfrequenz von etwa einer Sekunde pro R-L-Tritt („Einundzwanzig“)lässt sich leicht durchhalten.
Radlfahrer, die im Schneckentempo mit wilder Trickfrequenz den Hügel hinauf strampeln, jagen ihren Puls unnötig in die Höhe – und sind nach kurzer Zeit mit Ihren Kräften am Ende. Also: Halten Sie die Trittfrequenz!
Wenn’s wieder leichter geht, sofort in einen höheren Gang („schwerer“) schalten. In jedem Fall die normale Trittfrequenz einhalten! So schaffen Sie nach kurzer Übung sogar die ersten Pässe.
„Verkehrt radeln“: Dies ist ein wahrer Wunder-Tipp, der nach einiger Übung in Fleisch und Blut übergehen kann: Konzentrieren Sie sich nicht auf den tretenden Fuß, sondern auf den jeweils aufsteigenden Fuß und entlasten Sie geringfügig dieses Pedal (jetzt zeigt sich, wie praktisch Clips sind!). Wenn Sie dann noch den Lauf des Fußes „rund“ steuern (und nicht nur nach unten treten), radeln Sie wirklich „rund“.….
Sie werden staunen! Ihr Rad läuft plötzlich wie geschmiert und Sie neigen dazu, einen Gang höher zu schalten..
Der Grund ist einfach: Je müder Sie werden, desto fauler und schwerer ruht der aufsteigende Fuß auf dem Pedal – der tretende Fuß muß zusätzlich dieses immer schwerer werdende Gegengewicht anheben. Hingegen werden bei Entlastung des aufsteigenden Fußes jene Muskeln beansprucht, die bislang keinen Grund hatten, müde zu sein.
Mit etwas Übung werden Sie sich diese Trettechnik angewöhnen – und Sie werden die Scheu vor Steigungen verlieren.
Hoher Reifendruck und Reifen mit stollenfreier Mittelspur: Fahren Sie mit möglichst hohem Reifendruck (ich spreche nicht von Fahrten im Gelände, dort ist u.U. niedrigerer Reifendruck empfehlenswerter).
Und: Montieren Sie Reifen mit stollenfreier Mittelspur.
Immer wieder wundern sich Teilnehmer in meinen Gruppen, wie „leicht“ mein Reserve- Bike läuft.
Es ist ein billiges Mountain- Bike, das ich stets als Reserve- Bike für die Gruppe dabei habe. Die Begeisterung ist schnell erklärt: Die Reifen haben eine stollenfreie Mittelspur und der Reifendruck beträgt ca. 4 bis 4,5 Bar. Dadurch läuft das Bike extrem leicht….

Ein Rucksack voller Geheimnisse:

Grundausrüstung sind: Regenhose, Regen-/Windhaut, (Fleece-)Pullover, Müsliriegel und eventuell Bananen, Reinigungstücher zum Reinigen der Finger bei Reparaturen, eine kleine Luftpumpe, ein Ersatzschlauch, ein kleiner Reparatur- Werkzeugsatz, etwas Toilettenpapier für alle Fälle, ein kleines Erste-Hilfe-Set..
Tipp: Nehmen Sie eine der dünnen Plastik-Duschhauben mit, wie sie in Hotels im Badezimmer aufliegen. Sie wiegen nichts und sind extrem klein verpackt Bei Regen passt eine solche Haube ideal über den gesamten Helm!

Pflichtausrüstung: Helm und Radlhandschuhe:

Bei einem Sturz werden Sie sich reflexartig mit den Händen abfangen wollen – dann folgt der Kopf…..

Getränke:

Sie werden schnell feststellen, dass reines Wasser bzw. „Stilles Wasser“, mit einem Magnesiumpräparat (bzw. Magnesium-Kaliumpräparat) versetzt, ein besserer Durstlöscher ist als jede gesüßte Limonade.

Die Kette:

Haben Sie gewusst, dass sich die Kette langsam dehnt? Irgendwann bricht sie dann. Meist ist die Folge ein Totalschaden der Schaltung oder sogar des ganzen Bikes, weil sich ein Kettenglied in der Schaltung verhakt – und alles wird verbogen.
Ihre Fahrradwerkstatt hat eine Ketten- Lehre, mit der sich der Zustand der Kette auf einfachste Weise feststellen lässt.

So manch einer dieser Tipps mag für Sie als routinierter Radler banal sein – doch berücksichtigen Sie, dass es viele Radler gibt, deren Begeisterung für diesen Sport in den Anfängen steckt!
Sollten Sie noch weitere Tipps haben, bitte ich um eine kurze Mitteilung. Ich nehme diese gerne in die Liste auf.

Auf schöne Radeltage freut sich
Ihr
Fred Vornehm

 


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