Leonardiritt in Bad Tölz

Der heilige St. Leonhard gehört zu den beliebtesten Schutzpatronen Bayerns. Jedes Jahr werden am 6. November, seinem Todestag, Pferdewallfahrten veranstaltet. Eine der berühmtesten findet in Bad Tölz statt – mit über 70 geschmückten Vierspännern und mehreren hundert berittenen Pferden.

Der Festzug beginnt um 9.00 Uhr im Kurviertel der Stadt Bad Tölz. Dann zieht der Tross den Kalvarienberg hinauf. Reiter und Pferde umrunden zweimal die Kapelle und werden dabei gesegnet. Diesen Brauch gibt es nicht nur in Bad Tölz. In Bayern sind heute noch rund 50 solcher Veranstaltungen bekannt.

Leonhard war Abt von Noblac bei Limoges und wirkte um 500 n. Chr. am Hofe des Frankenkönigs Chlodwig. Ursprünglich galt St. Leonhard als Schutzheiliger der Gefangenen. Durch seine Fürbitten sollen viele von ihnen die Freiheit erlangt haben. Abbildungen und Figuren zeigen ihn stets mit Ketten. Die Bauern interpretierten sie als Viehketten und so wurde er auch zum Schutzpatron der Kühe und Pferde. In Bayern wird Leonhard als Volksheiliger verehrt, manche bezeichnen ihn sogar als den "bayerischen Herrgott".